Motivation

Die Wüste Negev

Die Mittelmeerregion ist bereits heute in vielen Gebieten von Wasserknappheit betroffen und gilt als ein „Hotspot“ des Klimawandels. Darüber hinaus werden zunehmende Urbanisierung, Industrialisierung und Bevölkerungswachstum die Menge und Qualität vorhandener Wasserressourcen weiter reduzieren. Prognosen gehen von über 651 Millionen Menschen im Jahr 2030 aus. Das sind mehr als doppelt so viel wie noch im Jahr 2000. Das Zusammenwirken externer Einflussfaktoren wie Bevölkerungswachstum, Klimawandel und Landnutzung erfordert neue regionale Anpassungsstrategien, um eine gerechte und nachhaltige Wassernutzung sicherzustellen.

Die Vereinten Nationen rufen daher in ihren 17 Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals) zu einer optimierten Bewirtschaftung verfügbarer Wasserressourcen auf (Ziel 6). Bisherige Wassermanagementkonzepte konzentrierten sich im Wesentlichen auf den Wasserbedarf des Menschen. Eine Planung im Sinne der Nachhaltigkeitsziele erfordert jedoch eine gesamtheitliche Betrachtung, die den gemeinsamen Bedarf von Mensch und Ökosystem im Fokus hat. Darüber hinaus erfordert eine nachhaltige Grundwasserbewirtschaftung die Berücksichtigung regionaler Entwicklungsziele und somit die Einbindung lokaler Entscheidungsträger und Stakeholder.

Für die Wasserversorgung eignen sich Karbonatgrundwasserleiter aufgrund der weiten geografischen Verbreitung, großer Einzugsgebiete und ihrer Entwässerung in Richtung einzelner Quellen ausgesprochen gut. Die Versorgung von ca. 25 % der Weltbevölkerung erfolgt über die Entnahme aus Karbonatgrundwasserleitern. Trotz ihrer weiten Verbreitung ist das Bewirtschaftungspotenzial von Karbonatgrundwasserleitern aufgrund ihrer geringen Speicherfähigkeit eingeschränkt. Wegen ihrer hohen Dynamik und schnellen Reaktionszeiten erfordern Karbonatgrundwasserleiter neue, flexiblere Managementkonzepte.